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Rock
Hard August 06
Da sich die Berliner Bands MAGGOTS und ENDLESS GREEN
sowohl den Proberaum als auch den Drummer teilen, macht die Idee
einer gemeinsamen Split-Veröffentlichung durchaus Sinn. Beide
Bands covern jeweils ein Stück der anderen und haben zudem
noch je einen eigenen Song am Start. Musikalisch gibt es grundsolide
Old-School-Kost zu hören, was im Falle MAGGOTS
schnörkellos rumpelnden Todesstahl und bei ENDLESS
GREEN einen Mix aus Power- und Speed
Metal mit derber Achtziger Schlagseite bedeutet.
Vampster.com
14.4.06
Aus der Freundschaft
der beiden Bands ENDLESS GREEN und MAGGOTS entsprang die Idee, diese
Split gemeinsam aufzunehmen. Eigentlich nichts Ungewöhnliches,
zumal man sich auch den Proberaum und den Schlagzeuger teilt.
Allerdings handelt es sich bei ENDLESS GREEN um eine Power Metal
Band, während MAGGOTS dem Death Metal frönen.
Auf der vorliegenden 7" finden sich also von jeder Band ein
neuer Song und eine Coverversion der jeweils anderen Band.
Witzige Sache eigentlich, die ganz gekonnt um das nicht allzu hammermäßige
Songmaterial wegtröstet.
MAGGOTS covern auf Seite 1 also "Princess Of Power" und
ENDLESS GREEN tragen das Stück "New Born" vor.
Auf Seite zwei covern ENDLESS GREEN "Born To Live & Die"
und MAGGOTS zelebrieren den eigenen Song "Birth Of A Son".
Wirklich essentiell ist das wahrscheinlich nur, wenn man die Bands
und die Originale kennt.
Das Ganze ist eben im Grunde genommen sehr sympathisch, aber nicht
mehr.
Erhältlich ist der Spaß auf Vinyl (auf 300 Stück
limitiert/handnummeriert) und wer keine Lust hat, Geld auszugeben
(was natürlich die total unmetallische Version ist), kann die
Songs auch über die Homepages der Bands kostenlos herunterladen.
Und zwar sowohl die Coverversionen, als auch die Originale.
Fazit: Gute Umsetzung einer gelungenen Idee, der man den Underground-Spirit
deutlich anmerkt.
Auch wenn die Songs nicht wirklich Potential haben, hier merkt man,
dass der Spaß und die Ehrlichkeit im Vordergrund stehen -
zumal die Herren ja auch nicht mehr die Jüngsten sind.
Power
Metal.de 14.2.06
Yeah! Diese
auf 300 handnummerierte Stück limitierte Split-Single (geiles
Artwork!) ist Old School as fuck.
Sowohl die Power/Speed-Metaller ENDLESS GREEN als auch die Todesgurgler
MAGGOTS stecken bis zum Hals
in den Achtzigern und fühlen sich dort pudelwohl. Entsprechend
rumpelig ist auch die Produktion.
Und da beide Bands eng befreundet sind und sich auch den Drummer
teilen,covert man sich respektvoll einmal gegenseitig.
Los geht's mit
der ENDLESS GREEN-Interpretation der MAGGOTS, die mit 'Princess
Of Power' einen extrem punkigen
Death-Metal-Song auf den Hörer loslassen.
Keine Breaks, kaum Fills, nur straightes Geprügel. Sehr gut!
Anschließend wird der Staffelstab direkt an die "Grünen"
weitergegeben. Deren 'New Born' ist ein rauer Speed-Metal-Reißer
mit schön kauzigem Gesang, coolem Solo und hymnischer Bridge.
Ebenfalls sehr gelungen!
Auf der B-Seite dreht man den Spieß dann um, wobei 'Born To
Live & Die', der beste Track der Single, eher wie 'ne
ENDLESS GREEN-Eigenkomposition klingt als nach 'nem MAGGOTS-Cover.
Beendet wird dieser niveauvolle Trip in die Vergangenheit schließlich
von dem mit thrashigen Parts durchsetzten Todesstahl-Klopper 'Birth
Of A Son'.
Kurz und gut:
Diese Split-Scheibe ist von vorne bis hinten lässig und ein
sicherer Tipp für die Früher-war-alles-besser-Gemeinde
mit Herz für den totalen Underground. Für diejenigen unter
euch, die keinen Plattenspieler besitzen (was bei der Zielgruppe
aber durchgängig der Fall sein dürfte), haben die Jungs
die Songs dieser Platte zusammen mit den Originalversionen der
Covertunes auch auf ihren Homepages als kostenlosen Download bereitgestellt.
Anspieltipp:
Alles!
Oliver Schneider
Heavy
Metal.de 31.1.06
Hallo
Freunde des Vinyls (die schwarzen runden Dinger die auch bei 2,8
Promille nicht in den CD Schacht passen)!
Die Bands Endless Green und Maggots entschlossen sich dazu 2 Songs
der jeweiligen Band zu covern und auf einer knorken 7 Inch Single
zu veröffentlichen. Beide teilen sich den Proberaum und den
Drummer, damit ist schon mal garantiert das das Songmaterial bekannt
ist.
Das Cover ist recht stimmungsvoll und weckt Erinnerungen an die
erste Omen (Battle Cry) im Dämmerlicht kloppen
sich aufgepumpte Barbaren und essgestörte Knochenmänner!
Kommt schon mal gut!
Nun zur Tonkonserve: Endless Green spielen Teutonen Stahl der härtesten
Prägung;heißt Power Metal der alten Schule, Maggots eher
grooovigen Death Metal unterlegt mit einem prägnanten Bass
der an Pungent Stench erinnert. Die Umsetzung der jeweiligen Songs
der beiden Bands ist spieltechnisch gelungen, wenn auch aufgrund
des Stils limitiert, was nicht negativ ins Gewicht fällt. Auf
die Vocals von Martin Siebenhüner (Endless Green) wird nicht
jeder ein spontanes Freudenfest feiern; ich finde Sie aber authentisch
und dem Stil der Band steht Sie gut zu Gesicht. Gleiches gilt für
Maggots, die den Death Metal wohl auch nicht revolutionieren werden,
aber darum geht es hier auch nicht.
Das gesamte Paket muß stimmen, heißt es so schön
und hier paßt es wie der Ritzenfeger bei einer Table Dance
Maus.
Dazu ist es eine nette Idee im Underground Status eine Cover
Single unters Volk zu bringen.
Wer auf Old School Power bzw. Death Metal steht sollte sich diese
mit viel Herzblut gemachte Single abgreifen!
7
von 10 Punkten
Silent
Bob
metalius.de
31.1.06
Oha, was war
das für eine Umstellung, den alten Plattenspieler mal wieder
anzuwerfen. Nadel drauf und los gings. Das Kratzen, das Knirschen...zu
lange nicht gehört. Doch genug in Erinnerungen geschwelgt,
hier geht es schließlich um eine CD - ähm - Plattenkritik.
Gemäß dem selbst gegebenen Motto "If the Metalheads
are united then well never be divided." (also nichts
is mit "versus" wie der Titel vermuten lässt!) haben
die beiden Berliner Bands Maggots und Endless Green eine sehr coole
Split 7" LP aufgenommen, welche je zwei Titel einer jeden Band
zum Inhalt hat. Interessant hierbei ist, dass sie je einen eigenen
sowie einen von der jeweils anderen Band gecoverten Song beitragen.
Zustande gekommen ist das Projekt dadurch, dass sich beide Bands
seit Jahren einen Proberaum teilen und der Drummer beider Combos
ein und dieselbe Person ist. Also dachte man sich im Jahr 2005,
dass man doch mal ein Studio zur Produktion eines eben solchen Outputs
besuchen könnte. Gesagt, getan. Im August 2005 wurde das Recording
durchgeführt.
Nun muss man
wissen, dass beide Bands nicht unbedingt die gleiche musikalische
Ausrichtung haben. Klar, Metal ist beides, aber widmen sich Endless
Green eher powermetallischen Klängen, gehen Maggots mit ihrem
Death Metal den deutlich härteren Weg. Und eben dies macht
unter anderem den Reiz der Platte aus und ist neben der erstklassigen
Aufmachung des Produktes, welches auf eine Stückzahl von 300
limitiert ist, sicher der große Pluspunkt. Beide Bands haben
richtig gute Songs auf Vinyl gebannt. Die einen, Endless Green,
präsentieren solidem Power Metal mit einem ordentlichen Old
School-Einschlag. Knackige Gitarren, ein unkonventionell schräges
Organ des Sängers Martin und ein stark nach Underground klingender
Gesamtsound machen das Zuhören zu einem echten Erlebnis. Der
ungecoverte Song stammt von dem natürlich längst vergriffenen
Debütalbum der Band. Selbiges gilt für Maggots, die ebenfalls
einen Song ihres Erstlingswerkes neu aufgenommen haben. Tiefer,
brachial gegrunzter Death Metal alter Schule rollt da den Abhang
hinunter, und das Schlagzeug humpelt gleich hintendran. Ein ebenso
thrashiger Sound macht die Songs fett und brutal, aber nicht unbedingt
überragend. Ähnlichkeiten zu Sepultura oder auch Cannibal
Corpse kommen hin und wieder durch, jedoch nicht ganz so komplex.
Insgesamt ist hier der Sound eine Ecke mieser als bei Endless Green,
was jedoch auch einfach am Stil liegen kann. Hier zeigt sich auch,
weswegen man irgendwann die CD erfunden hat. Der Sound des schwarzen
Goldes war einfach mies, jedenfalls verglichen mit den heutigen
Standards. Und darunter leiden vor allem Maggots.
Aber dennoch,
diese Split-Vinyl-Veröffentlichung ist in jedem Fall ein echtes
Sahnestück einer jeden Plattensammlung, jedoch muss man es
in erster Linie als das betrachten was es ist, nämlich eine
Werbeaktion. Und genau dafür ist die kleine Scheibe perfekt.
Sie eignet sich nicht für Bewerbungen bei Labels oder Vertrieben,
sie ist einfach für die Leute da, für die man Musik macht,
nämlich die Fans! Und das ist eine richtig gute Sache. Deswegen
ist die Platte auch für schlappe 7 Euro inkl. Porto und Verpackung
bei den beiden beteiligten Bands zu bestellen. Außerdem könnt
ihr die Coversongs nebst den Originalen kostenlos auf den Homepages
downloaden. Eine tolle Sache!
7 von 10 Punkten
André
Sperlich
bright
eyes 18.10.05
Bei den vier
Jungs von ENDLESS GREEN und deren in Eigenregie produziertem Debüt
fang ich mal von hinten an, die Songs a bisserl näher zu betrachten.
Mit Fiesta Mexicana erstrahlt nämlich der Rex Gildo-Song
in neuem Glanz und wird als - ich würde mal sagen Punkrock-Coverversion
unters Volk gegrölt. Übrigens bieten die Jungs auf der
Website noch weitere Coversongs (u. a. von Judas Priest, AC/DC und
Accept) zum Download an, die dieser CD auch nicht schlecht gestanden
hätten.
Auch Wat Is geht als gut gemachter Punkrocker
mit deutschen Texten durch.
Aber jetzt kommt der Rest der CD, genauer gesagt die ersten sechs
Songs, die eigentlich nicht soviel Gemeinsamkeiten zu eben genannten,
doch eher fröhlicheren Songs aufweisen.
Natürlich geht man auch beim 8-Minüter Big Thing
nicht ganz von seinen Punkrock meets Hardrock-Wurzeln weg.
Dominant sind hier aber dann doch die Momente, die eher im Psychedelic
Rock zu finden sind und die diesen Übertrack immer unheimlich
spannend halten und der auf jeder Metal-Party den Schnaps-, Bier-
und Joint-Konsum in ungeahnte Höhen treiben dürfte! Das
gleiche gilt auch für den Titeltrack Endless Green:
Augen zu, wenn ihr euch diesen Song reinpfeift und ihr befindet
euch in anderen Dimensionen
Gut, die ersten vier Tracks können das Niveau der beiden eben
erwähnten Knaller nicht erreichen, bieten aber, auch Dank der
eigenwilligen Kombination aus Punk, Rock, Hardrock und Psychedelic
die gewisse Frische, die der Musiklandschaft schon zu oft verloren
gegangen ist.
9 von 13 Augen
Andi Anders
Rock
it Heft Nr. 29 (August/September 05)
Grün
ist zwar die Hoffnung, aber viel davon können sich ENDLESS
GREEN aus unserer schönen Bundeshauptstadt mit ihrem zweiten
Silberling nicht machen.
Die Band präsentiert dem Hörer auf dem vorliegenden 8
Tracker einen wirren Stilmix, aus dem lediglich das getragene "Big
Thing"
und das sich nach punkigem Beginn zu einem soliden Hardrocker entwickelnde
Titelstück überzeugen können.
Recht gelungen ist die Heavy Rock Version des REX GILDO Gassenhauers
"Fiesta Mexicana",
aber mit einem sozialkritischem Thema im zweiten deutschsprachigen
Beitrag "Wat is" haben sich die Berliner keinen Gefallen
getan. So bleibt nur eine knapp mittlere Wertung und die Erkenntnis
dass der Weg zum nächsten "Big Thing" noch lang und
dornenreich ist.
Andreas
Höhn
metal.de
1.8.05
Aus dem brodelnden
Untergrund Berlins schicken ENDLESS GREEN ihre aktuelle CD.
Seit 1991 kam es zu einigen Wechseln in der Besetzung, die beiden
unter dem ursprünglichen Namen eingespielten Demos erschienen
1999 zusammengefasst als The Legacy Of Tyrone. Endless
Green veröffentlichten die Herren vergangenes Jahr in
einer Auflage von 300 Stück.
Für stolze 10 EUR gibt es ein gedrucktes Booklet samt gepresster
Scheibe, die nach einer Zeit klingt, in der sich Power, Thrash und
klassischer Metal noch deutlich näher standen.
Dazu passt neben der Produktion auch Dave Mustaine, der sich hier
recht erfolgreich als Hardrock-Sänger versucht.
Überhaupt findet man in Sachen Riffs und Songaufbau grobe Parallelen
zu den Frühwerken von Megadeth und Metal Church.
Und die sind auch auf Demo-Niveau noch ziemlich unterhaltsam.
Überzeugungsarbeit möchte da übrigens die Bandhymne
Endless Green auf der Hausseite leisten.
Meiden sollten Besucher jedoch das krude Wat is, welches
den Stimmungsabfall zur abschließenden Fiesta Mexicana
einleitet. Pfui, könnt man ja gleich Wizo und Konsorten
hören.
Neur0
metalius.de
14.7.05
Unterstützt
den Underground! Dieses Motto wird bei Metalius groß geschrieben.
ENDLESS GREEN aus Berlin sind Underground pur. Kurz zur Historie
der Band: Bereits 1991 noch unter dem Namen Tyrone gegründet,
ging es auch 1995 unter dem neuen Banner Endless Green nur schleppend
voran. Erst 1999 veröffentlichte man das erste Album namens
The Legacy Of Tyrone. Nach diversen Line Up-Wechseln
erblickt nun das gleichnamige zweite Album die Welt. In einer Auflage
von 300 Stück! Na, wenn das mal nicht Underground ist.
Die
Musik klingt ebenfalls schön nach Underground. Schön frisch
und frech scheißt sie auf Trends und lässt unüberhörbar
Einflüsse aus den glorreichen Achtzigern erkennen. So gibt
es den coolen 80er-US Hard Rock-Groover Gad Times, der
gekonnt bewährte Zutaten neu verbrät. Oder es geht wie
beim Opener Timanfaya auch mal etwas folkloristisch
zu. Was auffällt: Sowohl hier als auch beim gleichfalls flotten
My Creed zeigen Endless Green, dass sie knackige Tempowechsel
beherrschen, Damit verhelfen sie den Songs zu einer erfrischenden
Dynamik und erinnern stark an Metal Church zu Blessing In
Disguise-Zeiten. Das ist ein Kompliment! Sänger Martin
Siebenhüner sorgt mit seinem recht schrägen Organ dafür,
dass die Berliner ziemlich leicht wieder zu erkennen sind. Auch
Watch Out, Big Think und Endless Green
überzeugen mit ihren zum großen Teil starken Songaufbauten,
die nochmals an frühere Metal Church erinnern. Wenn man nicht
die Vorgeschichte der Band und die Fotos aus dem Booklet kennen
würde, dann könnte man denken, es hier mit einer Handvoll
stürmischer Himmelsstürmer zu tun zu haben. So frech und
frei von der Seele weg klingt das Songmaterial. Jungspunde sind
die Herren allerdings nicht mehr. Aber andererseits sind das ja
nun wirklich nur Oberflächlichkeiten. Vielleicht ist den Jungs
auch einfach dasselbe Missgeschick passiert, wie dem Teenager in
dem Film Hilfe, ich bin 30! (oder wie der auch immer
hieß). Wer weiß, wer weiß.
Spaß
weg, Ernst her: Die deutschsprachigen Tracks Wat is
und Fiesta Mexicana sind so überflüssig wie
ein Kropf, fallen vom Niveau her fürchterlich ab und verderben
den Spaß an Endless Green gewaltig. So einen Schrott
braucht kein Mensch. Zweiter Kritikpunkt: Die Produktion hätte
ein wenig druckvoller sein dürfen, aber da muss man bei einer
Underground-Scheibe drüber wegsehen. Zudem stört das auch
nicht übermäßig und der Sound ist ansonsten okay.
Alles in allem ist Endless Green eine gute, erfrischende Scheibe
gelungen, die allerdings leider nur sechs ernstzunehmende Songs
zu bieten hat.
Tobias Kuske
Powermetal.de
9.7.05
ENDLESS GREEN
spielen drahtigen, dynamischen Hardrock mit einigen färbenden
Einsprengseln aus dem Black Metal alter Schule (thrash-, power-,
speed- und punk-orientiert).
Diese Mischung ergibt einen recht eingängigen und flink abgehenden
Sound, der auch ohne aufwendiges oder schrilles Gegniedel zum Ziel
kommt.
Das Ziel scheint darin zu bestehen, mitschmetterbare Songs zu schreiben,
die ganz ohne schwülstige Theatralik daherkommen, dreckig aber
nicht morbide klingen, weder glatt noch sperrig, sondern griffig.
Ach ja, nebenbei sollte auch noch dem Roll im Rock gehuldigt werden,
aber bitte nicht zu aufdringlich; der Schlüssel zum Erfolg
heißt dabei Auslagerung auf mächtige Bassläufe.
Die Abmischung ist schön rau, der erzielte Sound demnach definitiv
nichts für Freunde von fein säuberlich getrenntem Schichttortenklang
aus sechshundertunddrölf einzeln ausgepegelten Surroundboxen
im eigens dafür ausgebauten Hobbykeller. Stattdessen stehen
die Songs einer gespenstischen Rauchwolke mit sattem Schwermetallgehalt
gleich im Raum, bis sie sich im Wirbel der mit dem feingeraspelten
Gesang eng verbundenden Gitarrentöne auflösen.
Wer auf alte BLIND GUARDIAN und IRON MAIDEN steht, zwischendurch
gerne auch mal dem zerisseneren Gothrock der frühen
Joy Division oder dem abgehalfterten Streetrocksound vom Debüt
der Proto-Grunge Sleaze-Meister SKID ROW lauscht und dabei an in
Plastikbechern mit kaltem Kaffee ausgedrückte Kippen, durch
regennasse Ghettostraßen scharwenzelnde Ratten und einen blutbeschmierten
Eddie im fahlen Mondlicht denkt, der dürfte hier die passende
Mischung für die Tage gefunden haben, die man lieber mit verkniffenen
Augen im Schlafanzug zuhause statt auf irgendwelchen feuchtfröhlichen
Feiern unter Menschen zubringt; diese Mischung ist nahrhaft, aber
nicht kulinarisch, sie besteht aus einfachen Zutaten, die erst,
wenn man sie im richtigen Mischungsverhältnis zusammenwürfelt,
richtig gut schmecken.
Ja, das kann man schon so sagen: ENDLESS GREEN sind musikalisches
Studentenfutter für langhaarige Bombenleger, und das schmeckt
bekanntlicherweise nicht nur den Intellektuellen mit ideologischem
Überbau.
Da tut man sich dann auch schon mal Songs mit einfachem Auge-um-Auge-&-Zahn-um-Zahn-Gebaren
wie 'Wat Is'' freiwillig an, oder grölt beim unsäglichen
deutschen Schlager 'Fiesta Mexikana' in der jugendclubrempeldiskotauglichen
Wir-machen-das-Bierzelt-zum-Rockertreff-Version launig mit - zumal
das besagte Mischungsverhältnis auf dem Zweitling "Endless
Green" einfach stimmt.
Die Scheibe scheint direktemang einer Zeit zu entspringen, als Heavy
Metal einfach noch Heavy Metal hieß und ausschließlich
von biertrinkenden Proleten gehört wurde, die tagsüber
die Arbeit am Bau besoffen ableisteten um abends dann wieder nüchtern
am Ford Capri herumzuschrauben - oder als zumindest die Mehrheit
der Deutschen diesem Bildzeitungswahn noch Glauben schenken konnte.
Kurzum: Konsensmucke für all die unsauberen Gestalten, denen
die Wahlabendfeierder APPD zu politisch ist.
Auf der Homepage gibt es übrigens einige alte und neue Songs
zum kostenlosen Runterladen.
Anspieltipps:
Egal, jeder Song tut's irgendwo auf seine Art.
Eike Schmitz
Heavy
Metal Heaven.de
11.6.2005
Endless Green - soundtechnisch gibts da wenig zu mäkeln, solide
Arbeit, die Jungs verstehen sich auf viele Breaks
und Tempiwechsel, als Referenz seien mal die alten Werke von z.B.
Metal Church genannt.
Gesanglich
würd ich mir stellenweise mehr "Dreck in der Stimme"
wünschen, die gesamte Produktion könnte
mehr Druck vertragen, aber für nen Demo is "Endless Green"
durchaus hörenswert!
Beim Opener "Timanfaya" das in meinen Ohren leicht keltisch
klingt, glaubte ich aufgrund der Stimmähnlichkeit im
Chorus zwar kurzzeitig die Kellyfamily auf Speed zu hören,
aber als Anspieltipp empfehle ich die
Bandhymne "Endless Green" - Klasse!
Einzig und allein
"Wat is" und "Fiesta Mexicana" hätten sich
die Jungs meiner Meinung nach schenken können,
diese albernen Songs zerstören den "Flow" dieser
ambitioniert eingespielten Scheibe.
Trotzdem -
Endless Green?
Daumen hoch!
-2,5-
Iceman
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