Als Kind stand es schon fest – irgendwann spiele ich in einer Band!

Daß das ohne Beherrschung eines Instruments schwierig werden könnte, darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Die Lehrstunden an der klassischen Gitarre wurden nach nicht mal einem halben Jahr abgebrochen. Stattdessen bastelten drei Freunde und ich aus Restholz E-Gitarren und Schlagzeug zusammen und traten als Playbackcoverband auf Feten und Schulfesten auf.
Irgendwie kam ich dann doch noch zu einer echten E-Gitarre, aber spielen konnte ich immer noch nicht. Was ich aber hatte, waren Ideen. Und so klimperte ich drauflos und es entstanden die ersten Lieder.
Ich lernte dann einen gestandenen Musiker kennen, der außer Trompete in einer Blaskapelle, auch Keyboarder in einer Rockband war. Durch Ihn kam ich auf den Trichter, mittels eines Drumcomputers und eines Vierspurcassettenrecorders diese Ideen hörbar zu machen. Zum Schießen, wenn man das heute hört.

Durch ein nettes Mädchen kam ich dann in meine erste richtige Band und weil ich eine schöne laute Stimme habe und mich als einziger traute, war ich dann der Sänger. Wir hatten unseren Übungsraum in Neukölln, was für mich als Spandauer immer ziemlich aufwendig war. Diese Band war phänomenal ! Bevor der erste Ton gespielt wurde, hatten sich meine Mitstreiter meistens schon zwei Hörnchen reingezogen. Wir hatten fast jede Woche einen anderen Namen und zur besten Zeit eine Setlist, die nicht mehr als 8 Lieder umfasste. Ich glaube, dass ich in erster Linie wegen meiner Uncoolness rausgeflogen bin, denn mit Kiffen und den anderen netten Sachen hab ich bis heute nichts am Hut – da bleib ich lieber beim Bier. Das alles muß so 88/89 gewesen sein und ich hatte damals mit der Musik abgeschlossen und war lieber Konzertgänger.

Auf einem dieser Konzerte lernte ich dann durch zwei Freunde die damalige Freundin von Samy kennen und wir schauten uns gemeinsam den Gig von Tyrone an. Hinterher merkte sie an, dass der Sänger nur geliehen sei und ob wir nicht einen wüssten. Meine Freunde tröteten in Bierlaune heraus : „ Hier, der hier, der kann´s“
Abwiegeln und zieren war für mich angesagt und die Sache auch erledigt. Wochen später las ich dann eine Anzeige, in der Tyrone immer noch einen Sänger suchten. Na ja man kann´s ja einfach noch mal probieren, vielleicht gibt´s ja auch ein paar vernünftige Leute und so kamen wir zusammen. Es ging damals für mich wie die Feuerwehr. Nach vier Wochen die ersten (richtigen) Gigs (4) meines Lebens. Nach acht Wochen fand ich mich in einem professionellem Tonstudio wieder und das alles mit null Erfahrung. Unglaublich für mich, was damals passierte.

In den schweren Zeiten, in denen fast oder gar nichts ging suchte ich mir dann eine zweite Band, um in erster Linie in Übung zu bleiben. Die Truppe hieß
„ TEN BEERS AFTER“ und spielte in erster Linie Bluesrockcover. Durch Einfluß eines weiteren Gitarristen und mir ging es dann aber mehr in die Hardrockecke und wir spielten ziemlich erfolgreich auf so mancher Rockerfete.

Daß sich dann der Herr Kaiser (unser lieber Drummer) entschloß, doch fest in die Band einzusteigen, gab ENDLESS GREEN nun noch einmal einen Kick. Wir bekamen endlich unsere erste richtige CD in die Hände und spielten den für mich bis heute schönsten Gig in meinem Leben am 5.11.2004 im JWD in Spandau. Ich hoffe sehr, dass der durch Eure Hilfe in Zukunft noch getoppt werden kann. Es gibt wieder neue Ideen und die Nächste CD ist schon in Vorbereitung! Mit den drei Jungs könnte das ewig so weitergehen. Es grüßt Euch Martin!